Text zur Einführung in die evolutionäre Astrologie
Mut zur eigenen Vision
Ein besonderer Moment im Zeitenwandel, die ersten Monate des Jahres 2011
Als Pluto im November 2008 sich endgültig im Steinbock etablierte, begann astrologisch betrachtet ein Zeitenwandel, der bis zum Jahr 2022 anhalten wird. Pluto, der Planet des Wandels, der
fortschreitenden Entwicklung befindet sich seitdem in dem Zeichen, welches für Raum und Zeit steht. So lässt sich der Begriff Zeitenwandel archetypisch zusammensetzen.
In der Evolutionären Astrologie wird dem Pluto eine besondere Bedeutung beigemessen, da er die Kräfte und Absichten verkörpert, die sich hinter einer Situation verbergen, die zu einer konkreten
Begebenheit geführt haben. Im Pluto liegt der tiefste Punkt, der „rote Faden“, die Essenz des Seins, die nach anhaltender Entwicklung und Veränderung strebt. Das Zeichen das Pluto im aktuellen
Zeitgeschehen durchwandert unterliegt einer tiefgreifenden Veränderung. Somit befinden wir uns in einem Prozess, der die bisherigen Formen des Zusammenlebens, Normen und Werte in Frage stellt.
Prioritäten verschieben sich, weil neue Wertigkeiten entstehen werden.
Der Steinbock steht für die manifestierte Schöpfung gleichbedeutend mit unserem polaren Universum in Raum und Zeit. Er repräsentiert die Vergänglichkeit und Endlichkeit von allem
„Sein“. Jeder von uns verfügt über eine begrenzte Lebenszeit. Dem zur Folge entstehen Konsequenzen aus den Entscheidungen, die wir treffen. Es ist der Aspekt des Nicht-Revidierbaren im
Leben. Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Wir tragen die Verantwortung für den bereits beschrittenen Weg.
Verantwortung bezogen auf die gesellschaftliche Dimension besteht in den Normen und Werten, wie auch den Gesetzen, mit deren Hilfe sich eine Gesellschaft organisiert. Getreu dem Steinbock hat
sich eine hierarchische Struktur etabliert, die dem bis heute bestehenden Patriachat entspricht.
In der Evolutionären Astrologie gilt die Gesetzmäßigkeit, dass die von Pluto beabsichtigte Entwicklung sich nur mit Hilfe des gegenüber liegenden Zeichens, der Polarität Plutos, manifestieren
kann. Betroffen sind die Qualitäten des Krebs, durch welche der Steinbock seine Wandlung erfährt. Ein aktuelles Beispiel dafür zeigt sich in den Bürgerbewegungen vielerorts. Das Volk (Krebs)steht
auf, weil es die Unterdrückung durch autoritäre Strukturen nicht weiter hinnehmen will, mit der Zielsetzung das politische System (Steinbock) zu verändern.
Um sehr tragische, persönliche Beispiele handelt es sich in den vielen Mißbrauchsfällen, deren Opfer nicht länger still halten. Die Betroffenen konnten die Last ihrer emotionalen Traumen
(Krebs) nicht mehr ertragen und wandten sich an die Öffentlichkeit, was zur Folge hatte, dass Patriarchen (Steinbock) entmachtet wurden.
Diese Beispiele machen deutlich, mit welcher Vehemenz, geradezu wie ein Ball der lange unter Wasser gehalten wurde und nun plötzlich hochschießt, Themen des Krebsarchetypen an die Oberfläche
gelangen. Zugleich zeigt es, wie sehr Lösung und Problem in diesem Prozess miteinander verwoben sind.
Der Krebs steht für die Heimat, die Beheimatung in uns, und im Leben. Er steht für die frühkindliche Prägung und die damit verbundenen ersten, ganz frühen Erfahrungen, welche sich immer
wieder im weiteren Verlauf bemerkbar machen und ausschlaggebend dafür sind, wie wohl wir uns in unserer Haut fühlen. Das Innere Kind und das Ego sind Instanzen des Krebs. Wobei im Begriff
Ego etwas Negatives mitschwingt, da das Ego dahin tendiert, sich mit der vergangenen Geschichte über zu identifizieren, was zur Folge haben kann, sich zu oft hilflos und als Opfer zu fühlen.
Denn, naturgemäß tut sich im Krebs eine emotionale Wunde auf, mit der ein jeder von uns lebt, da es wohl keinen Menschen gibt, der in nahezu paradiesischen Umständen groß geworden ist.
Von daher ist es Hauptaufgabe des Krebs sich nicht ausschließlich in Heilungsbemühungen der alten Verletzungen zu ergehen, sondern sich mit dem Bewusstsein auf die Gegenwart einzulassen. Es ist
ein Schwanken, ein Hin- und Herpendeln zwischen der Qualität des Augenblicks und aufkommenden uralten Emotionen, herrührend aus den tiefsten Tiefen. Die Herausforderung besteht darin beide
Ebenen, die des Inneren Kindes und die des realen Lebensalters, für sich zu erkennen, um im aktuellen Leben nicht nur mit „Förmchen“ zu schmeißen, sondern die Freiheit und Selbstbestimmung des
erwachsenen Menschen zur Verfügung zu haben.
Der Prozess des Zeitenwandels wird aus evolutionärer Sicht in seinen aufeinanderfolgenden Schritten durch den Transit der Mondknotenachse begleitet. Dient letztendlich, laut Pluto, alles
Geschehen der Entwicklung und dem Wachstum des Bewusstseins, so arbeiten die Mondknoten in diesem Sinne Pluto zu, indem sie in jedem Moment für die konkreten Umstände im Leben sorgen.
Hierbei gilt, dass der laufende Südmondknoten, entsprechend dem Zeichen in dem er sich befindet, ungelöste Inhalte der Vergangenheit an die Oberfläche befördert. Wohingegen der transitierende
Nordmondknoten den Lösungsvorschlag parat hat, wie das Alte neu integriert werden kann. Auch das ist natürlich im Zusammenhang des Zeichens zu sehen, welches der Nordmondknoten
durchwandert.
In den letzten 18 Monaten transitierte der südliche Mondknoten den Krebs und der nördliche Mondknoten den Steinbock, um sich Mitte Februar in den Zeichen Zwilling und Schütze für weitere 18
Monate zu etablieren.
Während des Mondknotentransites durch Krebs und Steinbock wurde der Plutoprozess also noch verstärkt. Der südliche Mondknoten brachte alte, ungelöste Emotionen, basierend auf den
prägenden Erlebnissen des Lebensanfangs in die Realität. Das sogenannte wiederkehrende Thema offenbarte sich in alltäglichen Situationen. Für die Einen bedeutete dies erneut allein gelassen zu
werden, andere haben möglicherweise einen ihnen sehr wichtigen Menschen verloren, andere hatten große familiäre Sorgen, wieder andere sind in schlimme finanzielle Bedrängnis geraten oder, oder,
oder. Je nach dem, um welches uralte Trauma es sich handelte, wenn es wichtig war, sich dessen bewusst zu werden, tauchte es in der Wirklichkeit auf, kam es ins Leben.
Das menschliche Drama der Beheimatung wurde freigesetzt. Und, es ist ein großes Drama, denn die Beheimatung hier auf der Erde, ist eine auf Zeit. Die ersehnte Geborgenheit und der Wunsch nach
Angekommen Sein kann sich nicht erfüllen, da hier auf der Erde die Steinbockgesetze gelten, und somit alles Leben dem Phänomen der Vergänglichkeit unterworfen ist.
Im Äußeren ließ sich beobachten, dass nicht wenige von uns, in dieser Zeit umgezogen sind. Wobei im „Umziehen“ schon die Lösungsenergie des nördlichen Mondknoten in Steinbock zu sehen ist. Denn
der nördliche Mondknoten in Steinbock setzte Impulse, sich eine neue Struktur und Form, einen zuverlässigen Rahmen zu erschaffen. Eine neue Plattform, die Schutz und Geborgenheit bietet, kann den
Halt dafür geben sich wieder warm und sicher zu fühlen. Somit ist die Voraussetzung geschaffen, dem Leben wieder mutig entgegen zu treten und sich unerschrocken auf den Weg zu machen. Der
nördliche Mondknoten im Steinbock forderte dazu auf, in den Bereichen, wo das wiederkehrende Thema uns mit der Vergangenheit konfrontierte, einen Schlussstrich zu ziehen.
Mut zur eigenen Vision
Bezogen auf den Jahresbeginn 2011 bestand im Abschluss, in der Kulminationsphase des Mondknoten-Krebs-Steinbock-Zyklus, eine ganz besondere Konstellation, welche nochmal alles auf den Punkt
bringen sollte. Der Uranus befand und befindet sich auch jetzt noch im T-Quadrat zur Mondknotenachse. In der Evolutionären Astrologie werden Planeten, die sich im T-Quadrat zur Mondknotenachse
befinden, in die Dynamik der Mondknotenachse mit einbezogen. Im gegenwärtigen Fall aktiviert Uranus denjenigen Mondknoten lösungsorientiert, welcher sich linker Hand von ihm befindet. So sollte
der Nordmondknoten in Steinbock, dem Uranus zu seiner Verwirklichung „verhelfen“. Dies erscheint auf den ersten Blick paradox, da es schwer vorstellbar ist, dass Uranusfreiheit nun ausgerechnet
durch den Steinbock ermöglicht wird. Hinzu kommt, dass der Uranus sich in den Fischen befindet. Die Fische für Vertrauen, Ideale, Sehnsüchte, Wünsche, Träume und Visionen stehen, und auf der
anderen Seite aufgrund der den Fischen innewohnenden Ungewissheit, sie auch unsere tiefsten Ängste mobilisieren. In den Fischen befindet sich das Spannungsfeld zwischen Vertrauen und Angst.
Betrachten wir diese Zeit als wichtigen Impuls für die Zukunft, so galt und gilt es sich steinbockmäßig „gerade zu machen“, den individuellen Idealen zu vertrauen und somit die emotionalen
Unsicherheiten zu überwinden.
In der arabischen Welt ist das Volk aufgestanden und hat im Sinne des Uranus eine (Fische) friedliche Revolution vollzogen, welche die autoritären Strukturen zu Fall brachte und bringen
wird.
In unserem Kulturkreis gestaltet sich dieser Prozess vollkommen anders, weil wir keine wirkliche äußere Obrigkeit haben, gegen die wir rebellieren können. Wir sind viel mehr auf uns selbst zurück
geworfen. Unsere emotionalen Nöte resultieren aus einer ungewohnt unsicheren Zukunft. Wir erleben diese Konstellation innerlicher und auch individueller. Es sind eher die eigenen Steinbockmauern,
die gesprengt werden wollen. Mauern, die wir hochgezogen haben, weil wir mit unseren Versagensängsten, die von uns erwartete Leistung nicht mehr zu erbringen, oder in eine gesellschaftliche
Randexistenz gedrängt zu werden, allein gelassen sind. Ein jeder steht für sich, es gibt wenig Verbündete, Freunde oder Gleichgesinnte (Uranus). Auch stehen unsere (Krebs)Familien nicht mehr so
eng zusammen.
Umso deutlicher wird die Aufgabe für jeden von uns an sich zu glauben, in die Richtigkeit der Umstände zu vertrauen; Die Verantwortung für den eigenen Weg zu übernehmen; Altlasten
abzuarbeiten.
Ausgehend von der besonderen und auch zukunftsweisenden Bedeutung der gegenwärtigen Konstellation fordert sie uns auf, sich selbst und anderen gegenüber mehr Zuverlässigkeit entgegenzubringen.
Riskieren wir einen Seitenblick zum Saturn in der Waage wird deutlich das Respekt, und Gleichberechtigung im Miteinander, eine neue Harmonie finden wollen. Fische-Mitgefühl, Uranus-Individualität
und Steinbock- Zu Sich Stehen verbinden sich zu mehr Pluralismus und Vielfalt, zu Toleranz.
Womit in diesem letzten Satz der Knotenachsenwechsel in diesem Artikel, von statten gegangen ist. Toleranz ist bereits ein Begriff aus dem Zwillingsreich. Der südliche Mondknoten befindet sich
jetzt dort und der nördliche- im Schützen. Die diesen Monat noch bestehende T-Quadrat-Situation orientiert sich zielgerichtet am Schützen.
In der Reaktion auf die in der Vergangenheit ausgelösten Unsicherheiten ist es denkbar, dass der Südmondknoten im Zwilling nun wichtige, noch nicht bekannte Informationen ans Tageslicht bringt.
Dort, wo staatliche Organe bemüht sind die Nachrichten zu kontrollieren könnte eine Befreiung stattfinden. Wie auch im persönlichen das Verlangen sich zu artikulieren wächst. Das, was schon seit
langer Zeit ausgesprochen werden wollte, wird nun kommuniziert. Umstände, die kommuniziert wurden lassen sich nicht mehr unterdrücken oder negieren. Sie werden dann zur Realität und es bedarf
einer neuen Interpretation (Schütze) der Zusammenhänge. Ganz im Sinne des Schützen werden neue Verbindungen und Konzepte entstehen. Der Uranus, noch in den Fischen, mahnt in diesem Prozess
Ehrlichkeit und Unvoreingenommenheit an. Geht er im März in den Widder, werden Taten folgen. Es bleibt zu wünschen, dass es dann genug Strömungen und Gruppierungen gibt, die das neu gewonnene
Vertrauen der Uranus-Fische-Ära ins Leben bringen.

